Was macht gute Führung aus? Die notwendigen Fähigkeiten und die richtige Mischung in der Anwendung interessieren wohl jede Führungskraft und sind Thema vieler Untersuchungen. Eins steht jedenfalls fest und das ist die Tatsache, dass neben einer gewissen Fachkompetenz besonders psychologische, soziale und organisatorische Fähigkeiten hilfreich sind, das Führen von Menschen erfolgreich zu meistern.  Da es heute immer wichtiger wird, dass Menschen nicht nur Anweisungen ausführen, sondern mitdenken, Aufgaben weiterentwickeln, Ideen einbringen und Schwachstellen aufdecken, müssen sie anders geführt werden.

Die Anwendung von Führungsstilen ist dafür viel zu einengend und trägt dem Faktor Mensch nicht genug Rechnung. Denn jeder Mensch muss individuell geführt werden, wenn Führung erfolgreich sein soll. Deutlich zeigt nun eine neue Studie von Carsten C. Schermuly, Diplompsychologe und Professor für Wirtschaftspsychologie an der SRH Hochschule Berlin, dass das Empowerment (die Befähigung von Mitarbeitern) proportional zu einer guten Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter abhängt. Die Ergebnisse der Fragen an 225 Beschäftigte legen dar, dass Mitarbeiter nur über eine vertrauensvolle und tragfähige Beziehung tatsächliches Empowerment wahrnahmen, also einen Freiraum für eigene Entscheidung empfanden. Und je mehr Freiraum sie wahrgenommen haben, umso innovativer und produktiver gestalteten sie ihre Arbeit.

Schermuly und die weiteren Autoren der Studie regen daher an, dass Führungskräfte mehr Beziehungsarbeit leisten und in der Ausbildung dieser Fähigkeit auch unterstützt werden. Um die individuellen Eigenschaften und persönlichen Fähigkeiten für die Führungsarbeit dabei zu nutzen, ist vor allem Coaching ein effizientes Tool.